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Vom Herd zum Online Coaching – warum meine wichtigste Schule die Küche war

  • bkiffner
  • 22. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Feb.


Es gibt diese Tage, an denen du in der Küche stehst, in den Pass schaust und genau weißt: Das wird heute kein Spaziergang. Das Bons Brett ist voll. Der Fleischlieferant ruft an, weil er die falschen Steaks gebracht hat. Der Azubi schaut dich mit leeren Augen an und fragt, ob man Risotto auch mit Basmati machen kann. Eigentlich eine gute Frage aber im falschen Moment.

Und irgendwo zwischen Pfanne, Pass und Puls denkst du dir zum ersten Mal ganz leise:

Warum mache ich das hier eigentlich noch?

Genau an so einem Tag habe ich gemerkt, dass ich dem Haken, an den ich irgendwann meine Kochjacke hängen würde, langsam näherkomme. Nicht aus Faulheit. Nicht aus fehlender Liebe zur Branche. Sondern weil mein Körper, mein Kopf und mein innerer Kompass mir ziemlich deutlich signalisiert haben: So geht das nicht ewig weiter.

 

Wenn der Körper zuerst kündigt

Als Koch und später als Küchenchef habe ich vieles gelernt: Tempo halten, Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, Menschen führen und und und….Ich habe aber auch gelernt, wie sich Dauerstress anfühlt. Wie es ist, 16 Stunden am Herd zu stehen. Wie Hierarchie funktioniert, wenn es brennt. Und wie wenig Platz oft für Fehler, Zweifel oder Schwäche bleibt. Irgendwann kam der Moment, an dem mein Körper sehr klar gesagt hat: Nein, danke. Oder ehrlicher formuliert: Fuck you!

Weitermachen in der Küche? Ging nicht mehr. F&B? Nicht mein Ding. Rezeption? Bitte nicht. Eventmanagement? Das lass ich mal lieber. Und trotzdem konnte ich diese Welt nicht loslassen. Die Menschen. Das Chaos. Die Kreativität. Das Handwerk. Sogar die Gäste.

Ich wusste nur: Ich will weiter mit Menschen arbeiten. Ich will sie weiterbringen. Ich will sie stärker machen. Und ich will ihnen zeigen, dass oft viel mehr in ihnen steckt, als sie selbst glauben. Das hatte ich übrigens schon als junger Küchenchef gemacht. Neben dem Kochen war das mein eigentliches tägliches Brot.

 

Der Moment, der alles verändert hat

Der eigentliche Wendepunkt kam nicht in der Küche. Sondern auf einer „Couch“. Meine Psychotherapeutin sagte irgendwann zu mir: Mach doch mal ein Business Coaching. Nicht, weil ich keine Krise hatte. Okay, hatte ich doch. Sondern weil ich meine eigenen Stärken nicht gesehen habe. Mein Potenzial nicht erkannt habe. Und ziemlich unterschätzt habe, was ich eigentlich alles kann. Und so landete ich bei Anja. Meinem Business Coach. Sitzung um Sitzung wurde mir klar:

Das, was sie hier mit mir macht, wäre für die Gastronomie unfassbar wertvoll. Zack, dann kam dieser Gedanke. Leise. Kurz. Aber mit Wucht. Das will ich auch machen.

 

Vom Küchenchaos zum Coaching

Natürlich wird man nicht einfach so Coach. Zumindest nicht, wenn man es ernst meint. Vom ersten Brainstorming über Businessplan, Ausbildung, Zertifizierung bis hin zu Branding und Positionierung war das ein langer Weg. Meine Ausbildung beim dvct Institut in München dauerte zwei Jahre. Und sie war mir genauso wichtig wie früher die Auswahl meiner Produkte in der Küche. Ich wollte kein Coach sein, der ein Wochenendseminar besucht und sich danach Experte nennt. Ich wollte verstehen:

Wie Menschen ticken. Wie Motivation entsteht. Wie Entscheidungen reifen. Wie Stress wirkt. Wie Konflikte entstehen. Und vor allem, wie man Menschen mental stärkt, ohne sie zu verbiegen. Und Anja saß in dieser Zeit wie ein kleiner Engel und manchmal wie ein Teufelchen auf meiner Schulter und erinnerte mich immer wieder daran, warum ich das alles mache:

Mit Menschen arbeiten. Sie mental stärken. Ihnen helfen, ihre eigene Motivation zu entdecken. Entscheidungen zu treffen, mit denen sie langfristig glücklich sind. Stress zu reduzieren. Konflikte lösbar zu machen. Und Schwächen nicht zu bekämpfen, sondern als Ressource zu nutzen.

 

Warum ausgerechnet Gastronomen

Warum nicht einfach Business Coach für alle? Ganz einfach.

Weil Gastronomen anders ticken. Weil ich ihre Welt kenne. Und weil mir irgendwann klar wurde: Genau hier werde ich gebraucht. Nach meiner Entscheidung bekam ich plötzlich Nachrichten von alten Kollegen und ehemaligen Azubis.

„Chef, jetzt verstehe ich, was du damals gemeint hast.“

„Danke, dass du an mich geglaubt hast.“

„Ich war heute in der gleichen Situation mit einem Azubi wie du damals mit mir.“

„Du warst nicht nur Chef, du hast uns Werte und Haltung mitgegeben.“

„Du hast mich damals über meine Grenzen entwickelt und das hilft mir heute noch.“

Spätestens da wusste ich: Das ist meine Mission.

Ich will Gastronomen helfen, mental gesund zu bleiben. Ihre Balance zwischen Arbeit und Leben zu finden. Sich nicht vom Stress auffressen zu lassen. Probleme als Herausforderungen zu sehen. Konflikte anders zu betrachten. Und ihr eigenes Potenzial wirklich zu nutzen. Wie in der Küche gilt auch hier: Die Qualität der Zutaten und die Technik machen den Unterschied.

 

Was ich heute anders mache

Heute arbeite ich mit Gastronomen genau an den Themen, die früher oft unter den Tisch gefallen sind:

·         Selbstführung

·         Stressregulation

·         Motivation

·         Konfliktklärung

·         Entscheidungsstärke

·         Energiehaushalt

Nicht belehrend. Nicht besserwissend. Nicht von oben herab. Sondern auf Augenhöhe. Praxisnah. Ehrlich. Mit Humor. Und mit dem Wissen, wie sich diese Welt wirklich anfühlt.

Rückblickend hätte ich mir in meinen Küchenchef Zeiten oft jemanden gewünscht, mit dem ich mich genau darüber austauschen kann. Ohne Bewertung. Ohne Belehrung. Ohne Klugscheißerei.

Eine neutrale, unabhängige Person, die hilft, Dinge anders zu sehen und neue Wege zu gehen.

Und genau das biete ich heute an.

 

Und warum dieser Blog existiert

Dieser Blog ist kein Fachlexikon. Keine Methodensammlung. Kein Hochglanz Coaching Magazin.

Hier geht es um:

·         Führung im echten Leben

·         Selbstführung ohne Perfektionsdruck

·         Geschichten aus Küche, Coaching und Alltag

·         Gedanken, die weiterhelfen

·         Werkzeuge, die wirklich funktionieren


Kurz gesagt: Coaching zum Mitnehmen. Mit ein bisschen Küchengeruch, einer Portion Chaos, Mut für neue Entscheidungen, Klarheit im Kopf und ziemlich viel Lebenserfahrung. Und ja - ab und zu auch ein Schmunzeln. Weil man über sich selbst lachen können muss, wenn man merkt, dass man jahrelang am falschen Herd gestanden ist. Denn wenn ich eines gelernt habe, dann dass:

Unsere Gedanken bestimmen unsere Realität. Und manchmal beginnt die größte Veränderung nicht mit einem Businessplan - sondern mit der ehrlichen Frage: „Warum mache ich das hier eigentlich?“

Wenn du selbst aus der Gastronomie kommst oder dich in manchen Zeilen wiedergefunden hast, dann bist du hier genau richtig. Und vielleicht beginnt auch für dich genau hier eine kleine, abenteuerliche Reise.


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