Warum gute Führung manchmal unbequem ist
- bkiffner
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Jeder kennt es, besonders in der Gastro: Irgendwie ist alles dringend. Jede Arbeit, jede Anfrage, jede Baustelle und jeder Tag. Kurioserweise besonders dann, wenn das Service-Team unterbesetzt ist, die Küche brennt, ein Event mit anspruchsvollen Gästen ansteht und gefühlt alles gleichzeitig passiert. In solchen Momenten müssen Entscheidungen getroffen werden. Entscheidungen, die dich nicht unbedingt beliebt machen. Genau hier liegt der Punkt: Gute Führung ist oft unbequem.
In der Gastro gilt oft: Wer alles mitmacht, jedem gefallen will und jede Entscheidung hinauszögert, bleibt „beliebt“. Beliebt zu sein heißt aber nicht, dass dein Team gut geführt ist oder dass Qualität und Motivation stimmen. Gute Führung bedeutet, klar zu sagen, wo es langgeht, Prioritäten zu setzen und auch mal „Nein“ zu sagen, selbst wenn es Kritik oder Stirnrunzeln gibt. Dazu gehört auch, gelegentlich eine gesunde Portion Autorität zu zeigen. Einmal die Faust auf den Tisch à ohne schlechtes Gewissen, ohne Beleidigung oder Diskriminierung ß kann notwendig sein, wenn Verantwortung und Druck hoch sind. Schließlich trägst du als Führungskraft nicht nur Verantwortung für Prozesse, sondern auch für die Menschen.
Ich habe früh gelernt, dass es einfacher ist, sich anzupassen, Konflikte zu vermeiden und mitzuschwimmen. Kurzfristig kostet das weniger Energie und macht beliebt. Auf Dauer aber läuft alles schief: Verantwortung bleibt bei dir hängen, das Team lernt nicht, klare Abläufe einzuhalten, und Motivation und Eigenverantwortung leiden. Ständiges „Ja“ sagen ohne Konsequenz macht alle müde. Dich genauso wie dein Team. Gute Führung heißt also nicht, der immer nette Chef zu sein. Es heißt, Mut zur Unbequemlichkeit zu haben, wenn es nötig ist. Wenn schwierige Gespräche anstehen, wenn Grenzen gesetzt werden müssen, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht jeder mag. Genau in diesen Momenten schützt du dein Team und dich selbst und bleibst langfristig wirksam.
Im Coaching unterstütze ich Führungskräfte genau dabei: zu erkennen, welche Entscheidungen wirklich wichtig sind, wann Grenzen nötig sind und wie man klar, souverän und konsequent führt, ohne das Team zu demotivieren und ohne sich selbst auszubrennen. Du lernst, unangenehme Situationen bewusst anzunehmen, deine Werte sichtbar zu machen und die Energie deines Teams zu schützen.
Denn: Gute Führung ist nicht bequem, sie ist wirksam. Sie hält das Team zusammen, sorgt für Qualität und Motivation und schützt dich vor Dauerstress, der sonst alle ausbrennen lässt. Am Ende des Tages solltest du nach Hause gehen und denken: „Ich habe meinen Job gut gemacht, mein Team hat Spitzenleistung gebracht, die Gäste waren glücklich – mein Team und ich haben die Energie behalten.“



Kommentare