Wenn der Druck nicht mehr aufhört – Selbstführung in der Gastronomie
- bkiffner
- 3. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Feb.
Als Führungskraft in der Gastronomie kommt der Druck von allen Seiten: oben, unten, von der Seite und auch von innen. Manchmal fühlt es sich an, als wärst du in einer Schrottpresse gefangen. Die Kosten sollen niedrig bleiben, die Qualität hoch, der Gast superzufrieden sein. Gleichzeitig sollst du ein starkes Team haben, in dem alle glücklich sind, obwohl ständig Stellen gestrichen werden oder Nachbesetzungen ausbleiben. Dann heißt es oft: „Stell halt Aushilfen ein oder neue Azubis!“ Ein absoluter Mehraufwand: nicht ausgebildeten Fachkräften Abläufe, Techniken, Rezepte, spezielle Kenntnisse und angemessenen Service am Gast beizubringen, damit die Qualität auf dem Standard bleibt. Wie soll man da noch einen reibungslosen Tagesablauf liefern können? Man kann sich schlecht in fünf Teile zerhacken, nur damit die Zahlen stimmen. Ekelhaft, aber Realität.
Man verbrennt Menschen, um als Betrieb gut dazustehen und als Chef vor den eigenen Vorgesetzten. Dazu kommen die eigenen Ansprüche: Alles perfekt machen, niemanden enttäuschen, selbst 15 Stunden täglich ackern. Dauerstress ist Normalzustand aber höchst ungesund. Energie schwindet, soziale Kontakte verkümmern, das private Leben tritt immer weiter in den Hintergrund. Und was bekommt man dafür? Rügen, wenn die Zahlen nicht passen, oder Sprüche wie: „Ja, das ist der Job, das müssen Sie aushalten.“ Leicht gesagt, wenn man nicht in der Position steckt.
Der Körper beginnt zu kündigen, die Kräfte schwinden. Kein Hunger, kein Trinken, keine Pause, kein Raum für private Kontakte. Irgendwann sitzt man da, es wird verpixelt, dann schwarz vor den Augen. Alles dreht sich nur noch um die Arbeit, der Gedanke „hoffentlich klappt heute alles und keiner meldet sich krank“ dominiert den Alltag. Wer das kennt, weiß: Irgendwann bröckelt das Bild vom immer stark sein und dann ist es oft zu spät. Geist und Seele brennen aus, während der Körper längst aufgegeben hat.
Die Lösung? Selbstführung und praxisnahes Coaching.
Sich selbst beibringen, Grenzen zu setzen. Nein zu sagen. Klar und transparent zu kommunizieren, selbst unter Stress. Zu akzeptieren, dass man kein Sklave alter Arbeitsmodelle oder veralteter Glaubenssätze der Arbeitswelt mehr ist. Dass Druck abperlen kann, ohne schlechtes Gewissen. Dass man Feierabend genießen darf - nach acht oder neun Stunden - ohne sich selbst abzustrafen.
Im Coaching geht es genau darum, wieder Ordnung in dieses Dauerchaos zu bringen. Zum Beispiel über einen klaren Check der eigenen Prioritäten. Das hilft, den Tag so zu strukturieren, dass die wirklich wichtigen Aufgaben zuerst erledigt werden und Energie nicht an Nebenschauplätzen verpufft. Gleichzeitig wird der eigene Energiehaushalt sichtbar gemacht, damit Pausen nicht erst dann stattfinden, wenn der Körper längst auf Notbetrieb läuft.
Ein weiteres zentrales Element ist die Kommunikation. Wir schauen uns an, welche Art der Kommunikation für dich passt, um Spannungen und Konflikte früh zu erkennen und anzusprechen, bevor sie eskalieren. Auch dann, wenn der Druck hoch ist und eigentlich keine Zeit dafür zu sein scheint. Ergänzend dazu geht es darum, Nein sagen zu lernen, ohne Schuldgefühle oder die Angst, dadurch angreifbar zu werden. Nicht als Abwehrhaltung, sondern als gesunde Selbstführung. Kurz gesagt: Sich abgrenzen zu können.
Ein oft unterschätzter Punkt ist außerdem die Ressourcenplanung. Statt alles selbst stemmen zu wollen, wird der Blick darauf geschärft, welche Stärken im Team vorhanden sind und wie sie sinnvoll eingesetzt werden können. Das entlastet nicht nur dich als Führungskraft, sondern erhöht auch Verantwortung und Motivation im Team.
Kein Theorie-Konstrukt, sondern praxisnah und direkt anwendbar. So bleibst du als Führungskraft klar, gelassen und handlungsfähig ohne innerlich auszubrennen.





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